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UGR einfach erklärt
Blendung vermeiden in Wohn- und ArbeitsräumenDie Bezeichnung UGR steht für Unified Glare Rating und beschreibt, wie stark eine Lichtquelle als blendend empfunden wird. Kurz gesagt verursacht ein niedriger UGR-Wert weniger Blendung, was zu einem höheren Sehkomfort führt. Ein hoher UGR-Wert verursacht in der Regel mehr Blendung, was die Augen schneller ermüden lässt. Die Skala reicht typischerweise von 10 (kaum Blendung) bis über 30 (stark störend).
Warum ist Blendung ein echtes Problem? Blendung ist nicht nur unangenehm, sondern hat auch konkrete Auswirkungen. Dazu zählt ein schnelleres Ermüden der Augen, eine reduzierte Konzentrationsfähigkeit, eine schlechtere Sicht auf Bildschirme und möglicherweise Kopfschmerzen bei einer längeren Exposition.
Warum Leuchten blenden
Die entscheidenden FaktorenOb eine Lichtquelle blendet, hängt von mehreren Faktoren ab, weshalb manche Leuchten mehr blenden als andere. Zu den relevanten Blendungsfaktoren zählen:
Leuchtdichte der Lichtquelle: Kleine, sehr helle LEDs ohne Abdeckung blenden besonders stark.
Abstrahlwinkel: Enge Lichtkegel wirken oft greller als breit gestreutes Licht.
Umgebung: Reflektierende Oberflächen können das Licht unangenehm zurückwerfen, was zu mehr Blendwirkung führen kann.
Blickrichtung: Direkt einsehbare Lichtquellen im Blickfeld erhöhen den Blendeffekt deutlich.
Warum blenden LED-Leuchtmittel manchmal stärker als „alte“ Leuchtmittel? LEDs sind sogenannte Punktlichtquellen. Sie haben eine sehr hohe Leuchtdichte auf kleiner Fläche, was schnell als grell empfunden wird. Ohne passende Abdeckung oder Streuung wirkt das Licht punktuell und unangenehm. Moderne Leuchten lösen das beispielsweise durch Diffusoren oder indirekt strahlendes Licht.
Blendfreies Licht
Darauf muss man achtenGerade in Arbeitsumgebungen oder im Homeoffice wird die Bedeutung blendfreier Beleuchtung oft unterschätzt. Viele achten beim Kauf einer neuen Leuchte auf die Helligkeit, also den Lichtstrom in Lumen, aber selten auf Blendfreiheit. Dabei kann auch unabhängig eines spezifischen UGR-Wertes leicht ausgemacht werden, wie blendend eine Lichtquelle empfunden wird.
Blendfreie Räume gestalten
Welcher UGR-Wert ist wo empfehlenswert)
In Arbeitsumgebungen ist eine blendfreie Beleuchtung obligatorisch, um lange konzentriert und belastungsfrei arbeiten zu können. Eine flächige Beleuchtung ohne harte Helligkeitskontraste erreicht man zum Beispiel mit LED-Panels mit UGR < 19, deren Licht durch den Diffusor homogen und gleichmäßig in den Raum strahlt. Wichtig sind zudem reflexionsarme Oberflächen im Schreibtischbereich.
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In Wohnbereichen ist der UGR-Wert oft unkritisch. Viel wichtiger ist es, Lichtquellen so zu platzieren, dass Blendungen vermieden werden. Das schließt ein, dass Licht nicht von spiegelnden Oberflächen wie Glasvitrinen reflektiert. Ansonsten ist indirektes, warmweißes und diffuses Licht aus mehreren Lichtquellen die beste Wahl für gemütliche Wohnbereiche.
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Eine gute Lichtplanung ist bei gewerblichen Projekten unerlässlich. Sobald man den privaten Rahmen verlässt, erfordert Beleuchtung die Einhaltung von Normen und Richtlinien. Das schließt auch zulässige UGR-Werte ein. Grundsätzlich sind eine gezielte Zonenbeleuchtung und eine blendfreie Grundbeleuchtung mit UGR < 22 ein guter Richtwert: Kunden bleiben länger und fühlen sich wohler.
Ein typischer Fehler bei der Montage: Angenommen, man erwirbt einen mehrflammigen Deckenstrahler mit klar sichtbaren LED-Reflektor-Leuchtmitteln, einem engen Abstrahlwinkel und hoher Lumenzahl. Diese Leuchte kann den Raum großartig ausleuchten, jedoch kann es auch passieren, dass die Strahler so ausgerichtet werden, dass sie blenden, beispielsweise, wenn ein Spot direkt auf die Couch leuchtet. Im Stehen bemerkt man den Blendeffekt dann nicht, wohl aber, wenn man zum Entspannen die Couch aufsucht. Bei der Montage und Ausrichtung ist daher darauf zu achten, alle möglichen Tätigkeiten einzubeziehen, sodass Blendungen vermieden werden.
Häufige Fehler vermeiden
bei der Gestaltung von blendfreien Räumen- Vermeiden Sie zu helle Spots ohne Streuung, sondern wählen Sie diffuse oder abgeschirmte Lichtquellen
- Vermeiden Sie Licht direkt im Sichtfeld, sondern achten Sie auf eine indirekte oder seitliche Beleuchtung
- Achten Sie nicht nur auf die Lumenanzahl, sondern beziehen Sie die komplette Bauform in die Beurteilung Ihrer neuen Leuchte ein
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Beleuchtungsexperte bei Lampenwelt.at
Expertentipp
„UGR-Wert hin oder her: Blendung liegt oft gar nicht an der Leuchte selbst, sondern an ihrer Position im Raum. Viele KundInnen achten bewusst auf eine Leuchte mit einem guten UGR-Wert und haben trotzdem das Gefühl, dass das Licht unangenehm ist – gerade bei der Bildschirmarbeit. Dann empfiehlt sich ein einfacher Test: Setzen Sie sich an den Schreibtisch, schauen Sie gerade auf den Bildschirm und achten Sie darauf, ob irgendwo im Blickfeld eine Lichtquelle sichtbar ist. Wenn man die Lichtquelle sieht – selbst nur am Rand – ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie auf Dauer blendet. Das gilt auch dann, wenn sie laut Datenblatt eigentlich „blendarm“ ist. Unser Auge reagiert einfach sehr empfindlich auf helle Punkte im Sichtfeld. Die Lösung ist dann oft viel einfacher, als man denkt: Statt eine neue Leuchte zu kaufen, reicht es häufig schon, die Position zu verändern. Gerade im Homeoffice ist das ein typisches Thema, weil viele Arbeitsplätze nicht geplant sind, sondern sich irgendwie ergeben.“
















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